In unseren Wäldern und Parkanlagen ist das Eichhörnchen uns ein so vertrauter Anblick, dass man meinen könnte, Deutschland sei die Heimat dieser munteren Kletterkünstler. Tatsächlich aber leben Eichhörnchen in ganz Europa, Nordasien und auch in Nordamerika. Da das kleine Tier weitgehend tagaktiv ist, lässt es sich sehr gut beobachten. Der kleine Kobold huscht mit faszinierender Akrobatik durch die Baumkronen, springt, ohne einen Augenblick zu zögern, meterweit zu benachbarten Bäumen, klettert mühelos die Stämme hinauf oder hinunter, bleibt gelegentlich in großer Höhe auf einem schwankenden Ast sitzen und knabbert den Samen aus einem Tannenzapfen, den es possierlich mit den Vorderpfoten festhält. Neben den Samen der Nadelbäume zählen Eicheln, Bucheckern, Nüsse, Beeren und Pilze zu den bevorzugten Speisen. Eichhörnchen nehmen aber auch gelegentlich Eier und Jungvögel aus den Nestern, doch ihr „schädlicher Einfluß“ auf die Singvogelbruten wird häufig überschätzt.
In der kalten Jahreszeit zieht sich das Eichhörnchen zur Winterruhe in sein im Kronenbereich angelegtes Nest, dem „Kobel“, zurück. Doch der Hunger treibt es immer wieder hinaus. Dann sucht es die Vorratslager auf, die es im Herbst mit viel Fleiß und Ausdauer angelegt hat.
Das Eichhörnchen muß immer auf der Hut vor seinen Feinden sein. Besonders Habicht und Baummarder stellen ihm nach. Der Habicht greift das Hörnchen in blitzschnellem Überraschungsangriff, wenn es sich zu weit an die Außenseite der Baumkrone wagt. Der Baummarder hetzt den kleinen Kobold durch das Geäst und ist ihm dabei an Sprungvermögen und Ausdauer überlegen.
Eichhörnchen vermehren sich rasch. Sie bekommen in der Regel zweimal im Jahr 3 7 Junge, die in dem mit Moos und Gras ausgekleideten Kobel heranwachsen. Im Spätsommer wird der Kobel meist zu einem richtigen Familiennest, in dem beide Elternteile gemeinsam mit dem Nachwuchs wohnen
|