Der Dachs kommt in ganz Europa vor, ist jedoch in Gegenden mit Laub- und Mischwäldern oder dichten Heckenlandschaften mit angrenzenden Wiesen und Weiden am häufigsten anzutreffen. Dieses ausgesprochen nachtaktive Tier, das zur Familie der Marder gehört, hat einen schwarzweißgestreiften spitzen Kopf, eine hellgraue Oberseite und eine ins Schwarze gehende Unterseite. Hals und Beine sind ebenfalls schwarz. Der Schwanz ist kurz und buschig. Der Dachs ist ein fleißiger Baumeister. Mit seinen starken Krallen gräbt er sich ein ganzes System von Haupt- und Nebenröhren tief in den Erdboden, die in verschiedenen Ebenen übereinander verlaufen und miteinander verbunden sein können. So kann, da Dachsbaue oft generationenlang benutzt werden, ein wahres Labyrinth entstehen. Im Mittelpunkt liegt der Kessel, eine Höhle, die sorgfältig mit Gras, Moos und Laub ausgepolstert ist und in der der Dachs sein Lager hat und wo er auch den größten Teil des Winters verbringt. Einen regelrechten Winterschlaf halten Dachse nicht. In der kalten Jahreszeit vermindern sie ihre Aktivität, schlafen viel und zehren von der im Herbst angelegten Fettschicht.
Man zählt den Dachs zu den“Allesfressern“ unter den Säugetieren. Sie nehmen also jeder Art erreichbarer Nahrung zu sich. Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass die Grundnahrung des Dachses bis zu 70 % aus Regenwürmern besteht, erst dann folgen Jungvögel in Bodennestern, Schnecken, Mäuse, Frösche, Raupen, Engerlinge und von Autos überfahrene Hasen und Kaninchen. Im Herbst bereichern Früchte, Beeren, Nüsse, Bucheckern, Eicheln, Mais, Hafer und andere Getreidesorten die Speiseliste.
Dachse paaren sich in den Monaten April bis Juli. Die Jungen, es können 1 bis 4 sein, kommen im Februar oder März auf die Welt. Sie öffnen nach 3 Wochen die Augen und nach weiteren 8 Wochen kann man sie zum ersten Mal vor dem Bau beim Spiel beobachten. Gesellt sich die Mutter hinzu, kann gelegentlich ein seltenes Familienidyll, eine recht lustige Angelegenheit, beobachtet werden. Mutter Dachs scharrt Regenwürmer und Larven aus dem Erdboden und verteilt sie gerecht an ihre Kinder. Dabei richtet sie sich auf und reicht mit den Vorderpfoten abwechselnd den Jungen einen Wurm oder eine Larve. Die jungen Dachse bleiben bis zum Herbst bei der Mutter, nicht selten auch über den ersten Winter.