Jürgen Schiersmann
Mufflon
Das Mufflon ist ein Wildschaf, das man
aus Sardinien und Korsika nach Deutschland eingeführt und hier
eingebürgert hat. Heute leben Mufflons in fast allen Bundesländern in der
freien Wildnbahn.
Das männliche Tier -der Widder- trägt als Kopfwaffe stark geschwungene Hörner (Schnecken). Mufflons leben gesellig in Rudeln. Ältere Widder sind Einzelgänger oder leben in kleinen Trupps zusammen. Mufflons ziehen vorwiegend in der Dämmerung auf Nahrungssuche. Bleiben sie von Störungen verschont, kann man sie auch tagsüber beobachten. Dieses kleine Wildschaf sieht sehr gut, läuft flink und springt gewandt über Hindernisse bis zu 1,50 Meter Höhe. Die weiblichen Tiere blöken wie Hausschafe, während die Widder selten einen Ton von sich geben. Dafür hört man sie in der Brunftzeit - Oktober/November- kilometerweit, wenn sie mit ihren mächtigen Hörnern aufeinanderprallen. Wie Axtschläge hallt es dann durch den Wald. Der Kampf um ein weibliches Rudel wird von den Widdern nach festen Regeln, fast einem Ritual gleichend, durchgeführt. In stolzer Haltung stehen sich die Kontrahenten frontal gegenüber. In einem eigenartigen Rückwärtsgang entfernen sie sich dann einige Meter von einander, den Gegner dabei ständig im Auge behaltend. Ohne Vorwarnung senken sie dann blitzartig den Kopf und stürmen aufeinander los. Gewaltig ist das Krachen, wenn die Hörner aufeinanderprallen. Dieser Ablauf wiederholt sich mehrmals, bis einem der Rivalen die Kräfte verlassen und er sein Heil in der Flucht sucht. Meistens gehen solche Brunftkämpfe ohne größere Blessuren ab.
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