Naturfoto des Monats

- September 2002 -

Rothirsch Cervus elaphus  in der Brunftzeit

 

Jürgen Schiersmann

Rothirsch

- König des Waldes -

 Den Rothirschen in deutschen Wäldern mit der Kamera nachzustellen, ist nicht ganz einfach. Freizeitaktivitäten und steigender Jagddruck haben das Wild äußerst mistrauisch gemacht. Um sich den scheuen Rothirschen auf Fotodistanz zu nähern, muß sich der Naturfotograf sehr umsichtig verhalten. Jede Störung, die zu einer Flucht führt, bedeutet für die Tiere einen erhöhten Energieverbrauch, der zur Winterzeit tödlich sein kann. Naturfotografen haben deshalb eine besondere Verantwortung, dass das Wild der Wälder und Felder durch ihre Aktivitäten nicht in ihrem Lebensrhytmus beeinträchtigt wird. Bereits aus 300- 400 Meter Entfernung nimmt das Rotwild den Menschen war und reagiert sofort. Das Fotografieren von Rothirschen in freier Wildbahn ist somit nicht unproblematisch und  verlangt deshalb von dem Naturfotografen gute Revierkentnisse, ein ausreichendes biologisches Wissen, eine Menge Erfahrung und viel Zeit und Geduld. Jeder Naturfotograf hat das Recht Tiere in Wald und Feld zu fotografieren und niemand darf ihn daran hindern, solange er die Wege dabei nicht verlässt. Aber das Rotwild hält sich fast immer abseits der Wege auf. Darum ist es unbedingt notwendig, sich von den Feld- und Waldbesitzern, Jagdausübungsberechtigten oder Forstbeamten eine Genehmigung zum Benutzen von jagdlichen Einrichtungen zu holen. Aus Erfahrung  weiß ich, dass nur die Ansitzfotografie vom Hochsitz oder hinter dem Schirm erfolgreiche Hirschfotografie sein kann. Bereits eine halbe Stunde vor Sonnenaugang oder spätnachmittags sollte der Naturfotograf seine Platz eingenommen haben. Zur Brunftzeit des Rotwildes (Mitte September bis Mitte Oktober) ist die Hirschfotografie am interessantesten und erfolgreichsten. Die Chance, den König der Wälder bei Kampfhandlungen zu fotografieren, ist zu der genannten Zeit relativ groß. Naturfotografen, die keine Verbindung zu Wald- und Feldbesitzern oder zu Jägern und Förstern haben, und somit auch kaum Gelegenheit haben, Rothirsche in freier Natur zu fotografieren, empfehle ich die Rothirschfotografie in Wildparks und Gehegen.

Ein Geheimtip unter Naturfotografen für ausgezeichnete Rotwildfotografie ist der Wildpark Eekholt, 24623 Großenaspe, Kreis Segeberg, Schleswig-Holstein. In dem in einem wunderschönen Flusstal gelegenen Wildpark können Sie den Rothirsch hautnah erleben. Wenn Sie Glück haben, gelingt es Ihnen, die Rothirsche bei einem Bad im Fluß aufzunehmen. Ende September, in der Brunftzeit der Hirsche, ziehen oft dicke Nebelschwaden durch das Tal. Der Traum, den röhrenden Platzhirsch in einer Märchenlandschaft auf den Film zu bannen, kann hier in Erfüllung gehen.  Der Wildpark ist ganzjährig ab 09.00 Uhr bis zum Einbruch der Dunkelheit geöffnet.

 Ausführlich vorgestellt wird der Wildpark Eekholt im Internet unter

www. wildpark-eekholt.de

< zurück zur Übersicht